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"Offene Briefe"  |
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SSF - Der Offene Brief, Nr. 1
Offener Brief an Bundesrat Pascal Couchepin
Sehr geehrter Herr Bundesrat
Wir begrüssen es, dass Sie an jährlichen Wanderung auf die
St. Peters-Insel immer wieder neue kreative Vorschläge zur
Verbesserung der schweizerischen Familienpolitik machen. Denn
diese ist, wie wir alle wissen, verbesserungsbedrüftig. Bei
ihrem neuen Vorschlag haben Sie an jene Eltern gedacht, die
immer noch Schwierigkeiten haben, für ihre Kinder einen geeigneten
Betreuungsplatz zu finden oder gar nicht in der Lage sind,
diesen zu finanzieren. Viele werden es begrüssen, sollten
Sie tatsächlich einmal einen Betreuungsgutschein erhalten
- und vielleicht auch eine geeignete Einrichtung, um ihn einzulösen.
Haben Sie aber auch an alle diejenigen Eltern gedacht, die
überzeugt sind, dass sie ihre Kinder am besten selbst erziehen,
begleiten und fördern? Weil sie ihnen die Geborgenheit geben
wollen, die eine Basis dafür bildet, dass sie im späteren
Leben die Herausforderungen und Stürme bestehen, die auf sie
zukommen werden? Sie wissen ja, dass auch nach der erfolgreichen
Harmonisierung der Kinderzulagen viele nur die minimale Zulage
von 200 Franken pro Kinder erhalten werden; einen Zustupf
an die Bettreuungskosten, mehr nicht. Solche Eltern verzichten
vor allem auf ein Zusatzeinkommen des einen Elternteils. Sie
schmälern damit nicht nur das Familieneinkommen, sondern auch
die Altersvorsorge. Doch sie erziehen diejenigen Kinder, welche
später einmal die AHV für alle bezahlen werden, auch für diejenigen,
die keine eigenen Kinder grosszogen. Weshalb sollen nicht
auch diese Eltern einen Betreuungsgutschein erhalten? Einen
Gutschein, der auch ihnen hilft, die realen Betreuungskosten
wenigstens teilweise zu decken. Für Nahrung, Kleidung, für
das Kinderlager in den Sommerferien, die Aufgabenhilfe, den
Musikunterricht und, und und. Solche Eltern würden ja immer
noch auf das Zusatzeinkommen verzichten, aber es würde ihnen
eine gewisse Wahlfreiheit zwischen Erwerbsarbeit und Betreuungsarbeit
ermöglichen. Eine solche Einrichtung könnte zudem zur Schaffung
von weiteren familiären Betreuungsangeboten für Tageskinder
aus andern Familien führen. Lieber Herr Bundesrat, Kinder
sind uns lieb und teuer. Teuer sind sie bislang leider fast
nur für die Eltern. Während die Kinderlosen von der Arbeit
dieser Eltern profitieren werden. Müssten nicht schon aus
Gründen der Gerechtigkeit solche Eltern einen Lastenausgleich
erfahren? Wie denken Sie darüber, Herr Bundesrat?
Schweiz. Stiftung für die Familie
Schaffhauserstr. 24
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8042 Zürich
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