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"Offene Briefe"  |
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SSF - Der Offene Brief, Nr. 13
An die Mitglieder des Ständerates
Sehr geehrte Frau Forster Sehr geehrte Ständerätinnen und
Ständeräte Am 10. Dezember stehen im Ständerat Geschäfte an,
die aus der Sicht der Familie eine hohe Bedeutung haben: Ein
Verbot für Killerspiele und härtere Strafen für Kinderpornografie.
Ein besserer Schutz vor brutaler Gewalt im Internet und auf
dem Computer entspricht einem dringenden Anliegen vieler Familie
mit Kindern. Eltern stehen den neuen Medien oft hilflos -
manchmal auch gleichgültig - gegenüber. So oder so sind viele
einer Überforderung ausgesetzt und wünschen dringend bessere
staatliche Leitplanken in diesem Bereich. Wie viel Brutalität
erträgt unsere Gesellschaft, wie viel mutet sie den Schwächsten
zu? Es ist eine Frage der Kultur, wie viel Destruktives sich
eine Gesellschaft im Namen der Meinungsfreiheit leistet. Produzenten
von Gewalt verherrlichenden Videos und PC-Spielen verdienen
viel Geld, müssen aber weder für die Gewaltexzesse geradestehen,
die sie verherrlichen oder gar verursachen noch für seelische
Wunden, die sie schlagen. Das gilt insbesondere auch für Kinderpornografie.
Auch die Meinungsfreiheit braucht somit Grenzen, wenn sie
missbraucht wird, um die ethischen Standards und das moralische
Fundament unseres Staats sowie die Sicherheit der Bürger zu
gefährden. Oft wird die Frage der Durchsetzbarkeit eines Verbots
in Frage gestellt. Wir sind überzeugt, dass ein Verbot zwar
den Vertrieb von brutalen Computerspielen nicht verhindern
könnte, dass es aber den Markt trifft. Dieser konnte bislang
nicht den Beweis erbringen, dass er mit einer Selbstregulierung
den Verkauf von Killerspielen an Kinder und Jugendliche verhindert.
Also müsste der Staat handeln, auch wenn Verbote in einer
liberalen Gesellschaft immer auf Ablehnung stossen. Wo sie
aber Grundwerte berühren, richten wir solche selbstverständlich
auf. Wir weisen dabei darauf hin, dass die Schweiz eine der
liberalsten Gesetzgebungen in diesem Bereich kennt und erst
noch ein Problem der Durchsetzung der bereits liberalen Gesetze
hat. Andererseits zeigt der Kampf gegen Kinderpornografie
im Internet, dass die Bemühungen auch im Dschungel des World
Wide Web durchaus Erfolge zeitigen. Computerspiele gehen demgegenüber
oft über den Ladentisch und können so auch besser kontrolliert
werden. "Ein Verbot muss her!" schrieb kürzlich der Chefredaktor
des Beobachters. Wir unterstützen diese Forderung und bitten
Sie, in diesem Sinne mutige Zeichen zugunsten der Familie
und der Kinder zu setzen.
Zürich, 3. Dezember 2009 Schweizerische Stiftung für die Familie
(SSF)
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