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"Offene Briefe"  |
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SSF - Der Offene Brief, Nr. 4
Viele Eltern wissen Ihre Courage zu schätzen
Sehr geehrter Herr Bühlmann
Sie haben es gewagt, zusammen mit einigen weiteren Gemeinden
im Raum Zurzach eine Ausgangsbeschränkung für Schulkinder
bis 15 Jahre ab 23.00 Uhr zu verhängen. Schulkinder dürfen
dann nur noch in Begleitung von Erwachsenen unterwegs sein.
Sie haben dafür viel Kritik eingesteckt: von Medienleuten,
„Fachleuten“ und Politkern. Die Gegner bemühen dafür sogar
die „verfassungsrechtlich garantierte persönliche Freiheit“!
Und der stv. Chefredaktor der Aargauer Zeitung, Balz Bruder,
spricht von einer „fürchterlichen Verirrung“. Wir möchten
als Schweiz. Stiftung für die Familie (SSF) nicht ins Horn
dieser Kritiker stossen, sondern Ihnen für Ihre Zivilcourage
gratulieren. Sie wollten die Missstände, welche die ständige
Ausdehnung des Nachtlebens von und für Jugendliche mit sich
bringt, nicht länger ertragen, bis endlich in Aarau oder Bern
jemand die Notbremse zieht. Im Gegenteil: sie steckten auch
den Rüffel der Aargauer Staatsverwaltung ein. Bei Eltern mit
Kindern im Teeniealter allerdings kommt das neue Polizeireglement
viel besser an. Und wir verstehen das. Für viele Väter und
Mütter bedeutet es eine Hilfe, sich bei ihrem Nachwuchs durchzusetzen
in einer Zeit, in der Jugendlichen oft keine Grenzen mehr
gesetzt werden. Etliche Eltern wollen es nicht mehr, andere
können es nicht. Sie haben aufgrund des massiven Gegenwindes
inzwischen betont, das Reglement werde mit Augenmass und ohne
Bussen umgesetzt. Wir ermutigen Sie, es durchzusetzen, denn
viele Eltern hoffen darauf, wie auch Reaktionen an die Aargauer
Zeitung zeigten. Die oft bemühte und auch von der Aargauer
Zeitung zitierte „elterliche Verantwortung“ hat es nämlich
in sich. Sie braucht die Unterstützung der Öffentlichkeit
und der Behörden. Wenn diese nur den Freiheitsbegriff hochhält,
wird es schwierig, Grenzen zu setzen. Gerade, weil diese von
einem Teil der Eltern nicht mehr gesetzt werden. Mit den bekannten
problematischen Auswirkungen auf Schule, öffentliche Plätze
und Jugendkultur. Schwieriger ist das Grenzen-Setzen auch
geworden, nachdem sich – mit gütiger Hilfe der Behörden –
eine 24-Stunden-Ausgangskultur etabliert hat. Eltern müssen
hier Gegensteuer geben. Ausserdem müssen sie ständig gegenwärtig
sein, wenn es zum Beispiel um die Kontrolle des Medienkonsums
geht – mit all seinen technischen Möglichkeiten, welche die
Eltern oft überfordern. Sogar diejenigen, welche eigentlich
wissen wollen, was ihre Kids auf dem Handy, dem PC, den Videospielen
etc. „hereinziehen“ – oder was im Ausgang an schädlichen Substanzen
und medialen Inhalten konsumiert wird. Ihre Massnahme leistet
einen hilfreichen Beitrag, den alle Eltern zu schätzen wissen,
welche die nötigen Grenzen setzen wollen. Besonders jene Eltern,
die ihre Kinder echt lieben. Danke für Ihre Hilfe an verantwortliche
Eltern. Ihre Schweiz. Stiftung für die Familie (SSF)
Schweiz. Stiftung für die Familie (SSF)
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