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SSF - Der Offene Brief, Nr. 7 - August 2008
HamoS - Kinder in der Obhut des Staates?
Der Offene Brief an Isabelle Chassot, Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz
Sehr geehrte Frau Chassot
Wuchtig hat der Schweizer Souverän dem Projekt HarmoS zugestimmt,
denn viele Eltern waren es leid, dass sie bei einem Umzug
in einen andern Kanton ganz neue Bedingungen für ihre schulpflichtigen
Kinder antreffen. Doch die Freude von Eltern und Familienorganisationen
ist getrübt, denn … - Die frühe Einschulung der Kinder schon
im 4. Altersjahr entlastet zwar die Eltern, kann aber die
gesunde Entwicklung des Kindes auch behindern. - die flächendeckende
Schaffung von Tagesstrukturen entlastet zwar die berufstätigen
Mütter, wird aber gerade viele Kinder nicht erreichen, welche
vernachlässigt oder unterbetreut sind, weil auch finanzschwache
Eltern zur Kasse gebeten werden. - Das Projekt tendiert dazu,
mehr Erziehungsverantwortung an den Staat zu delegieren, statt
die Eltern darin zu stärken und zu unterstützen, ihr persönlichen
Werte weiterzugeben und die Identität ihrer Kinder zu prägen.
Wir fragen daher: - Sind die Schule und ihre Fachleute wirklich
die besseren Erzieher unserer Kinder? - Erreicht das Tagesschulkonzept
die Kinder von bildungsfernen Immigranten und sozial Benachteiligten,
wenn sie für die Angebote bezahlen müssen? - Verführt HarmoS
mit ihrer Betonung der Frühförderung nicht letztlich dazu,
die externe Betreuung von Kindern zum Normalfall werden zu
lassen? Wir schlagen vor: - Mehr Lernqualität statt -quantität.
Statt Kinder in einem Alter zu verschulen, wo die Bildung
der Kreativität Vorrang haben muss, ist die schulische Qualität
ab dem 6. Altersjahr zu verbessern. Geeignete Klassengrössen
und die Weiterbildung und Supervision der Lehrkräfte müssen
Vorrang haben. - Die Familien, welche in der Betreuung und
Förderung ihrer Kinder überfordert sind, werden effizient
unterstützt - unter Einbezug von privaten Organisationen,
die gute Kurse anbieten. - Statt flächendeckende staatliche
Betreuungsangebote zu schaffen, ist vorrangig ein Netzwerk
von geeigneten Familien zu fördern, welches die Betreuung
von unterbetreuten Kindern wahrnimmt. Dazu sollen vor allem
die bestehenden Angebote besser unterstützt und neue, zum
Beispiel Selbsthilfegruppen, initiiert werden. 4. August 2008/Schweiz.
Stiftung für die Familie (SSF)/ Christa Leonhard, Fritz Imhof
Schweiz. Stiftung für die Familie (SSF)
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